ÜBER ADRIAN:

Adrian Kozakiewicz, 20 Jahre alt. Der wohl jüngste Insektenzüchter Europas ist ein Spezialist für Gottesanbeterinnen – und er ist ein Star in den sozialen Netzwerken.

Der junge Mann ist selber von dem Hype ein wenig überrascht. 510.000 haben seine Facebookseite „Bugs and Science“ abonniert, bis zu vier Millionen Menschen schauen sich wöchentlich seine Clips an. Hinzu kommen Tausende Follower auf Instagram, und auf seinem YouTube-Channel „InsecthausTV“ rufen Hunderttausende seine Videos auf.

Vor der Kamera lässt er spektakuläre Exemplare seiner Zucht über Hand und Gesicht krabbeln. Er hat die weltgrößte Kakerlake im Programm, Riesenmotten sowie alle möglichen Arten seiner großen Liebe: den Gottesanbeterinnen. Ihnen vor allem widmet er seine ganze Leidenschaft. Nach dem Hauptschulabschluss, baute Adrian seine Zucht und seine Online-Firma Insecthaus weiter aus. Inzwischen schreibt er ein Buch und vertreibt seine Nachzüchtungen an Privatkunden, an Händler, Forscher, Kunden in Deutschland und Europa, aber auch bis in die USA.

Kozakiewicz ist sicher, dass seine Tiere entspannt sind. Auch 90 Prozent der Kommentare unter seinen Clips und Posts seien positiv. In seinem Kellerraum reihen sich auf Holzregalen Plastikkästen und Glasterrarien aneinander, leise knurpselt die Riesenschabe vor sich hin. Es ist mäßig warm, es riecht nach nichts – aber wer sich den Scheiben nähert, sieht Spektakuläres. An Blättern und Ästen hängen langbeinige Schönheiten, manche kopfüber, manche an den Untergrund geschmiegt.

Die Gottesanbeterinnen sind grasgrün, gefleckt, getarnt wie ein welkes Blatt, wie Baumrinde oder weiß und zart aufgefächert wie eine Orchideenblüte. 70 Arten hat der 20-Jährige gerade versammelt, etwa 700 Einzeltiere. „Ich zeige den Leuten Lebewesen, die sie noch nie gesehen haben“, sagt der Züchter.

Vor acht Jahren kam er mit seinen Eltern aus Polen nach Deutschland, die Sprache lernte er in Zoohandlungen, reinigte dort mit Feuereifer Terrarien, kümmerte sich um Fütterung und Pflege, knüpfte Kontakte, ging auf Tauschbörsen, Messen. Wann das alles anfing mit den Insekten, weiß er nicht mehr. „Es gibt da keinen Anfang, das war immer so.“ Schon in Polen züchtete er Falter und Heuschrecken; in Deutschland begann seine Faszination für Gottesanbeterinnen.

Zur Suche nach Asien

Zwei- bis dreimal pro Jahr reist Adrian nach Asien. Vor allem in Thailand und Malaysia geht er auf die Suche nach neuen Gottesanbeterinnen für die Zucht, die meisten seien nicht geschützt und könnten für die Nachzucht nach Deutschland eingeführt werden. 10 bis 500 Euro kann so ein Tier kosten. Welche Umsätze er macht, verrät der 20-Jährige nicht. Warum er Gottesanbeterinnen so liebt, dafür hat er viele Worte. Die Tarnung, die spannenden Häutungen der Tiere, die schier unendliche Farbigkeit und Vielfalt.

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